Unterschiede Laktoseintoleranz und Milchallergie

Warum Laktoseintoleranz keine Milchallergie ist

Laktoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die auf einem Erbfaktor beruht. Sie ist im Grunde gar keine Erkrankung, sondern ein genetisch vererbtes Merkmal, nicht anders als die Haut- oder Augenfarbe. Zur Beeinträchtigung wird sie erst dadurch, dass wir in einer Kultur leben, in der der Milchprodukte einen beträchtlichen Teil des Nahrungsmittelangebots ausmachen und die Betroffenen zu einer anderen Lebensweise finden müssen als die 80 bis 85% der Bevölkerung, die Milchzucker beschwerdefrei verdauen können.

Die Milchallergie dagegen ist eine "echte" Erkrankung, bei der die Betroffenen sich anders verhalten müssen als LI-Betroffene. Da Laktoseintoleranz und Milchallergie oft miteinander verwechselt werden, stellen wir hier die Unterschiede klar.

 

Milchallergie - wenn Milch zum Allergen wird

Zunächst einmal: Von einer Milchallergie können sowohl laktoseintolerante Menschen betroffen sein als auch solche, die das Laktase-Gen geerbt haben, das die Verdauung von Milchzucker möglich macht. Sie kann schon bei Babys auftreten, kann aber auch erst im Erwachsenenalter entwickelt werden.

Erwachsene sind jedoch nur selten gegen Milch allergisch; die Laktoseintoleranz kommt wesentlich häufiger vor. Wer gegen Milch allergisch ist, kann prinzipiell durchaus in der Lage sein, Milchprodukte zu verdauen – doch sein Immunsystem reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion wie auf einen bedrohlichen Eindringling.

Bei der Kuhmilchallergie ist es nicht der Milchzucker, auf den der Körper reagiert, sondern die in der Milch enthaltenen Eiweiße, die Proteine. Sie lösen die Immunreaktion aus, die sich in einer Vielzahl von Symptomen bemerkbar machen kann, je nach individueller Ausprägung und Schwere der Allergie.

 

Milchallergie: Symptome erkennen

Die Symptome einer Milchallergie sehen leider nicht immer gleich aus und können gerade bei Säuglingen und Kleinkindern erheblich variieren. Manche Symptome der Kuhmilchallergie können sofort – also in wenigen Minuten bis Stunden – nach dem Milchverzehr auftreten. Zu ihnen gehören

 

  • Schwellungen der Haut und der Schleimhäute (zum Beispiel im Gesicht oder im Rachen, "Kloßgefühl");
  • Atemnot oder ein Asthmaanfall;
  • Durchfall, Übelkeit und/oder Erbrechen;
  • blassrote bis rote Hautausschläge, Nesselsucht;
  • der anaphylaktische Schock, eine sehr schwere allergische Reaktion, die lebensbedrohlich sein kann. Sie tritt glücklicherweise nur bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen auf. Dabei kommt es außer den oben beschriebenen Symptomen auch zu schweren Kreislaufstörungen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch - ein Fall für den Notarzt!

 

Andere Symptome treten verzögert auf, von einigen Stunden bis zu mehreren Wochen nach dem Milchverzehr. So können beispielsweise Durchfälle auch erst nach Wochen auftreten, wenn die allergische Reaktion des Körpers die Darmschleimhaut angegriffen hat.

Die meisten Milchallergiker sind gegen Kuhmilch allergisch, seltener gegen Ziegen- oder Schafsmilch. Sie können durchaus Ziegen- oder Schafskäse essen, müssen Produkte aus Kuhmilch jedoch strikt meiden. Wer das Pech hat, gegen Kasein allergisch zu sein, kann jedoch auch nach Ziegen- und Schafsmilchkonsum Beschwerden entwickeln. Eine sehr empfehlenswerte Übersicht über die verschiedenen Milchbestandteile und Unverträglichkeiten finden Sie auf der Website alles-zur-allergologie.de.

Da die Kuhmilchallergie auf ganz anderen Vorgängen beruht als die Laktoseintoleranz, muss sie auch anders behandelt werden. Während die "echte", vererbte Laktoseintoleranz nicht geheilt werden kann, kann die Allergie durch eine Desensibilisierung, bei der der Körper langsam an Milch gewöhnt wird, überwunden werden. Dieser Vorgang dauert anderthalb bis zwei Jahre. Am Beginn der Behandlung steht jedoch erst einmal – wie bei der Laktoseintoleranz – eine strikte Vermeidung des Milchverzehrs.

 

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