Langzeitfolgen bei Laktoseintoleranz

Gibt es bei Laktoseintoleranz Langzeitfolgen?

Um es gleich vorwegzunehmen: Über diese Frage gibt es noch keine aussagekräftigen Langzeitstudien, und die Expertenmeinungen gehen auseinander. Während beispielsweise der Wiener Gastroenterologe Prof. Dr. Harald Vogelsang in einem Artikel über Laktoseintoleranz feststellt, dass außer den Magen-Darm-Syptomen "keine nachteiligen Effekte der Laktosemalabsorption bekannt sind", weist die BKK Victoria in einem Laktoseintoleranz-Info darauf hin, dass bei unbehandelter LI durch die Dauerdurchfälle Darmschädigungen und andere Laktoseintoleranz-Spätfolgen auftreten können.

Als Betroffener wünscht man sich jedoch, auf der sicheren Seite zu sein, und möchte nicht erst die Ergebnisse von Langzeitstudien abwarten. Hier hilft nur eins – eine angemessene Ernährung, die den Verzehr von Laktose auf ein verträgliches Maß reduziert, sodass keine Beschwerden auftreten. Wer dies tut, braucht keine Spätfolgen der Laktoseintoleranz zu befürchten.

 

Warum Laktoseintoleranz Osteoporose begünstigt

Worin sich die Experten einig sind, ist die Tatsache, dass der Abbau von Knochensubstanz (Osteoporose), der zu einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen führt, durch eine LI begünstigt werden kann.

Der Grund dafür liegt jedoch im Verhalten der Betroffenen: Wer Milchprodukte konsequent meidet, kann unter Umständen zu wenig Kalzium aufnehmen, um seinen Knochenstoffwechsel aufrechtzuerhalten. Das muss jedoch nicht sein, denn eine vollkommen laktosefreie Ernährung ist meist nicht notwendig. Und wer sich über unbedenkliche Milchprodukte informiert – zum Beispiel anhand unserer Liste laktosefreier und laktosearmer Lebensmittel – stellt fest, dass es durchaus noch eine Menge Milchprodukte gibt, die auch für LI-Betroffene verträglich sind.

Außerdem können auch viele Obst- und Gemüsesorten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Möhrensaft und andere Lebensmittel als Kalziumlieferanten dienen. Mehr darüber steht in unserem Artikel Laktoseintoleranz – was tun?. Wer informiert ist, kann sich nicht nur laktose-, sondern auch angstfrei ernähren!

 

Laktoseintoleranz bei Kindern und Jugendlichen

Einen Sonderfall stellt die LI bei Kindern und Heranwachsenden dar. Die sehr selten auftretende angeborene (absolute) Laktoseintoleranz, bei der selbst Babys keine Laktase bilden und so die Muttermilch nicht verdauen können, kann zu schweren Gedeihstörungen führen. Treten nach dem ersten Stillen bereits Durchfälle auf, ist schnelle Hilfe geboten und der Gang zum Arzt unerlässlich.

Die am häufigsten auftretende primäre LI, die auf dem Fehlen des Laktase-Gens beruht (siehe Ursachen von Laktoseintoleranz), tritt meist erst bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auf. Bis dahin verursacht Laktose oft keine Beschwerden.

Wer allerdings während des Wachstums häufig mit starken Durchfällen zu kämpfen hat, dem gehen auch eine Menge anderer wichtiger Nahrungsstoffe verloren, die für das Wachstum wichtig sind. Auch hier gilt: Wird die Laktoseintoleranz erkannt und die Ernährung entsprechend umgestellt, sind keine schädlichen Langzeitfolgen zu befürchten.

Wie alle gesundheitlichen Störungen hat jedoch auch die Laktoseintoleranz eine psychische Seite und kann das Erleben und Verhalten der Betroffenen und ihre sozialen Beziehungen beeinflussen – ein Thema, das wir in einem Artikel über Laktoseintoleranz und Psyche besprechen.

 

Buchtipps zum Thema Laktose-Intoleranz

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TRIAS-Verlag, 128 Seiten, ISBN: 978-3830463115
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TRIAS-Verlag, 145 Seiten, ISBN: 978-3830436843

 

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