Laktose in Kosmetika und Medikamenten

Laktose in anderen Produkten

Laktose kommt nicht nur in Nahrungsmitteln, sondern auch in Kosmetik und Medikamenten vor. Laktoseintolerante Sportler und Bodybuilder sollten einen Blick auf die Inhaltsstoffe ihrer Sportlernahrung und Nahrungsergänzungsmittel werfen, denn auch hier kann man den Milchzucker antreffen.

 

Laktose in Medikamenten

In der pharmazeutischen Industrie wird Laktose als Trägerstoff bei Tabletten oder als Hilfsstoff in Inhalationspulvern verwendet.

Laktosehaltige Pulver zur Inhalation, wie sie zum Beispiel zur Behandlung von Asthma oder anderen Lungenerkrankungen verwendet werden, verursachen in der Regel keine Beschwerden, da sie nur in extrem geringen Mengen in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Bei der Inhalation können winzige Mengen an der Mundschleimhaut, der Zunge und der Rachenwand haften bleiben und verschluckt werden, doch sie reichen nicht aus, um Symptome hervorzurufen.

In der Regel werden auch Tabletten wegen ihres relativ geringen Laktosegehalts gut vertragen. Die individuelle Verträglichkeit von Laktosemengen kann sich jedoch von Mensch zu Mensch erheblich unterscheiden – während der eine schon auf geringe Mengen Laktose mit Beschwerden reagiert, können andere mehrere Gramm Laktose pro Tag aufnehmen, ohne dass es zu den typischen Symptomen kommt.

Im Zweifelsfall halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, falls Sie nach der Einnahme laktosehaltiger Medikamente Beschwerden bekommen – möglicherweise gibt es ein anderes Präparat, auf das Sie umsteigen können. Falls dies nicht möglich ist, können sich die Beschwerden unter Umständen bessern, wenn Sie vor der Einnahme eine Laktasetablette nehmen.

 

Besonderheiten bei Milchallergien

Milchallergiker (siehe: Unterschied zwischen einer Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz) sollten auf allergische Symptome nach der Medikamenteneinnahme achten, wenn der Hilfsstoff Lactose-Monohydrat auf ihrem Beipackzettel auftaucht. Sie reagieren zwar nicht auf den Milchzucker, sondern auf Milcheiweiße allergisch, doch hier können "geringe Mengen" an Milchproteinen enthalten sein, die möglicherweise ausreichen, um eine allergische Reaktion auszulösen.

Das Risiko ist jedoch sehr gering. Lactose-Monohydrat ist normalerweise nicht mit Milchproteinen verunreinigt, doch in Einzelfällen können sie als Rückstände nach der Laktoseproduktion zurückbleiben. Da eine solche Charge als verunreinigt gilt, sind die Zulieferer der Pharma-Unternehmen verständlicherweise bemüht, Proteinrückstände zu vermeiden. Doch wer plötzlich nach der Medikamenteneinnahme Allergiesymptome zeigt, die sich anders nicht erklären lassen, sollte unbedingt Rücksprache mit seinem Arzt halten.

 

Laktose in Kosmetika und Pflegeprodukten

Laktosehaltige Kosmetika und Pflegeprodukte sind für LI-Betroffene grundsätzlich unbedenklich. Laktose wird Kosmetik- und Körperpflegeprodukten zugesetzt, da sie hautpflegende Eigenschaften besitzt und die Haut bei der Feuchtigkeitsspeicherung unterstützt. Sie gelangt jedoch nicht ins Verdauungssystem und kann so auch keine Beschwerden verursachen.

In Mundwasser, Zahnpflegeprodukten (zum Beispiel Fluor-Lutschtabletten, Zahnpasta) oder Gurgellösungen findet man ebenfalls gelegentlich Laktose oder Lactose-Monohydrat. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich also.

Hier gilt allerdings das Gleiche wie bei Medikamenten: Da die meisten laktoseintoleranten Menschen kleinere Mengen Laktose durchaus vertragen, muss man sie nicht strikt meiden, erst recht nicht, wenn nur verschwindend geringe Mengen ins Verdaungssystem gelangen können. Wenn es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommt, sollte man jedoch auf andere Präparate umsteigen. Inzwischen bietet der Handel auch laktose- und glutenfreie Mundwasser und Zahncrémes an.

Dem Thema Laktose in Sportlernahrung, Nahrungsergänzungsmitteln und Diabetikerprodukten haben wir einen eigenen Artikel gewidmet.

 

Buchtipps zum Thema Laktose-Intoleranz

Köstlich essen ohne Milch & Ei: Über 150 Rezepte bei Allergien und Laktose-Intoleranz

TRIAS-Verlag, 144 Seiten, ISBN 978-3830438991
Richtig einkaufen bei Laktose-Intoleranz: Für Sie bewertet: Über 900 Lebensmittel und Fertigprodukte

TRIAS-Verlag, 128 Seiten, ISBN: 978-3830463115
Laktose-Intoleranz: Wenn Milchzucker krank macht

TRIAS-Verlag, 145 Seiten, ISBN: 978-3830436843

 

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